Samstag, 6. Februar 2010

Festival der Bierkulturen 2010 - Teil 2

Die Auswahl der teilnehmenden Brauereien aus anderen Ländern ist vielseitig und sehr unterschiedlich.

Die Brauerei Bier Vision Monstein AG ist die höchstgelegene Brauerei Europas und kann auf Anfrage in Monstein, nahe dem bekannten Luftkurort Davos im schweizerischen Kanton Graubünden, besichtigt werden. Neben dem Monsteiner Huusbier, einem Zwickel, finden sich noch das Dunkle Monsteiner Wättergouge Bier, das an ein Kölsch angelehnte Leichtbier Monsteiner Mungga Bier, das mit Gewürzen und Wildkirschsaft gebraute Royal-11 und der Monsteiner Bio SteinBock, ein nach Vorbild des Steinbiers (hierzu werden heiße Steine in die Bierwürze gegeben, um den Malzzucker zu karamellisieren) gebrauter Bock, im Sortiment der Brauerei.

Ein komplettes Novum stellen Cerveses Almogaver aus Barcelona dar, deren Namen man in der Bierszene bisher eigentlich noch nie vernommen hat. Der Brauer Albert Sanchis hat in der vergangenen Zeit aber bereits einige wichtige Kontakte geknüpft und scheint ein sehr guter Brauer zu sein. Festival-Organisator Peter Esser lernte ihn zufällig bei einem internationalen Bier- und Brauertreffen kennen und bemühte sich um dessen Teilnahme am Festival. Welche Biere sich im Standardsortiment befinden und welche der Brauer bei dem Festival ausschenken wird ist noch unbekannt und bleibt abzuwarten...

Eine große Nummer in der internationalen Bierszene ist die Picobrouwerij Alvinne aus dem westflämischen Heule in der Nähe von Kortrijk. Mit viel Innovation und konstanter Lernbereitschaft hat das Duo (mittlerweile Trio) Glenn Castelein und Davy Spiessens (im Januar 2010 kam Marc De Keukeleire noch hinzu) eine erstaunliche und vielversprechende Bierauswahl aufgestellt und überrascht immer wieder mit hochwertigen und experimentierfreudigen Kreationen. Auch in Zukunft wird Alvinne mit Sicherheit noch sehr viel Potenzial besitzen, selbst wenn der geringe Ausstoß von 400 Hektolitern nicht steigen sollte.
In unserem Standardsortiment findet sich bereits das mit amerikanischem Hopfen gebraute Extra Restyled und bald bieten wir in unserem Aktionssortiment noch einige andere ausgefallene Spezialitäten.

Auch der nächste Name dürfte "eingefleischten" Bierkompass-Kunden ein Begriff sein: Revelation Cat. Alex Liberati bietet in seinem Biercafé Brasserie 4:20 in Rom neben einer hervorragenden Auswahl von Bierspezialitäten aus aller Welt Biere an, die er mit anderen Brauern kreiert hat. Vor kurzem haben wir Ihnen bereits die bei der belgischen De Proefbrouwerij gebraute Woodwork Series vorgestellt und aktuell halten wir für Sie den Triple Hop Bock bereit, der mit Menno Olivier bei De Molen im niederländischen Bodegraven gebraut wurde. Bis zum Festival der Bierkulturen besteht noch viel Zeit für Alex, um weitere Kooperationen durchzuführen, sodass die bei dem Festival gebotene Bierauswahl noch nicht feststeht.

Als Special guest wird die auch von uns vor kurzem vorgestellte Brauerei Mikkeller angekündigt, die nicht nur als die innovativste und beste Brauerei Dänemarks gelistet wird, sondern auch zu den besten Europas zählt. Für weitere Informationen über Mikkeller schauen Sie doch bitte in unserem Shop vorbei, der Ihnen eine gute Auswahl von Mikkels Bieren bietet. Das Angebot bei dem Festival dürfte genauso wie bei Alvinne und Revelation Cat noch in den Sternen stehen, aber man darf sich wohl aus Gewohnheit auf einige Neuheiten freuen.

Desweiteren wird das Festival durch eine Brauvorführung von VHD e.V. www.hausgebraut.de und einer moderierten Bierverkostung durch den Kölner Biersommelier Andree Vrana bereichert.

Einer der vertretenen Händler wird der ortsansässige Bierzwerg sein. Die Auswahl im Ladenlokal unweit der Sünner Brauerei in Köln-Kalk ist auch online abrufbar und bestellbereit. Der Bierzwerg des Monats stellt jeden Monat eine andere, zumeist mittelständische deutsche Brauerei und deren Sortiment vor. Das Produktangebot von Bierzwerg reicht von vielen regionalen deutschen Bieren bis hin zu echten Bekanntheiten aus Großbritannien, Belgien und der restlichen Welt.

Wir selber werden ebenfalls als Händler einen Stand bei dem Festival haben und werden neben einer Auswahl unseres regulären Sortiments noch einige Aktionsbiere für Sie bereit halten.

Die dargebotene Auswahl von wirklich so unterschiedlichen und dann noch dazu handwerklichen Brauereien auf einem Festival ist wirklich einmalig und noch nie dagewesen in Deutschland. Wir sind sehr gespannt und freuen uns sehr über Ihre Teilnahme. Ein Kommen lohnt sich auf jeden Fall!

Sonntag, 31. Januar 2010

Festival der Bierkulturen 2010 - Teil 1

Am 15. und 16. Mai wird erstmalig im Kölner Raum ein Bierfestival unter dem Motto Klassische und innovative Bierspezialitäten auch jenseits von Reinheitsgebot und Kölsch-Konvention für kleine handwerkliche Brauereien stattfinden.
Der Titel ist dahingehend schon mutig gewählt, da für Bierliebhaber die Stadt Köln schon fast Inbegriff von Kölsch ist, wenn das Thema Bier aufkommt und man noch nicht so lange die Möglichkeit hat, auf eine größere Sortenauswahl zurückzugreifen.

Organisator Peter Esser, Diplom-Braumeister der Helios Braustelle [Kölns kleinste Brauerei], ist dafür wohl einer der Hauptverantwortlichen.

In seiner Brauerei braut und schenkt er neben seinen Standardsorten Helios [ein unfiltriertes Kölsch, also ein Wieß], Helios Weizen und Ehrenfelder Alt auch Spezialbiere in 0,375l und 0,75l Champagnerflaschen aus: Pink Panther [mit Hibiskusblüten gebraut], Schwarze 7 [ein starkes Bockbier] und Tripel Bock [ein noch stärkerer, heller Bock].

Desweiteren finden sich monatlich wechselnde Saisonbiere, wie zuletzt das Väterchen Frost, welches mit Bergamotte und Schwarzem Tee gebraut wurde oder das Rosemarie mit dem unverwechselbaren Geschmack von Rosmarin.


Die Helios Braustelle und die damit einhergehende Sortenvielfalt ist aus Köln-Ehrenfeld gar nicht mehr wegzudenken, sodass das Festival der Bierkulturen in ca. 150 Meter Entfernung im Bürgerzentrum Ehrenfeld sowie in der Braustelle selber stattfinden wird. Dies bietet sich aufgrund der günstigen Anbindung an die Bahn [5 min. Gehweg von der Station Köln Ehrenfeld Bahnhof] und an den Kölner Nahverkehr an, da beide Lokalitäten direkt an der Venloer Str./ Gürtel liegen.
Die gute Erreichbarkeit mit dem Auto ist ebenfalls gegeben und gleich gegenüber des Bürgerzentrums findet sich ein Parkhaus.
Die Schirmherrschaft für das Festival hat die KG Bier e.V. [Kampagne für gutes Bier e.V.] mit dem 1. Vorsitzenden Lars Seyfrid übernommen. Er wird genauso wie Markus Harms, der Herausgeber des Infomagazins Bier & Brauhaus als Ansprechpartner vor Ort sein.

Die Liste der teilnehmenden Brauereien ist aus Biertestersicht als ansprechend zu bezeichnen. Aus dem Kölner Raum findet sich neben der Helios Braustelle selber noch die erst Oktober letztes Jahr gegründete Freischem's Obergärige Hausbrauerei, die die Lokalität des ehemaligen Weißbräu übernommen hat. Die Sortenauswahl ist ähnlich der vom Weißbräu zuvor ausgeschenkten Sorten und bietet neben Kölsch, Weizen, Schwarzbier und einem Unfiltrierten noch zusätzlich ein Stout.

Die Siegburger Abteibrauerei ist sehr zentral in Siegburg selber angesiedelt, nicht weit von dem Michaelsberg und der darauf befindlichen Benediktinerabtei. Ganzjährig bekommt man im Brauhaus "Zum Roten Löwen" ein unfiltriertes Obergäriges mit dem Namen Siegburger und das hiesige Kölsch mit Namen Michel. Zusätzlich finden sich immer mal wieder Saisonbiere im Programm der Brauerei wie beispielsweise Frühlingsbier und Maibock.

Als wirklicher Geheimtipp dürfte noch die Vereinshaus Brauerei Unterbach in Düsseldorf gelten, was wohl mitunter an der Abgeschiedenheit im Vergleich zu den zentralen Brauereien in der Düsseldorfer Altstadt liegen dürfte. Die Anbindung an den Nahverkehr ist hier in dem südlich von Erkrath gelegenen Stadtteil Unterbach dann doch nicht mehr so hervorragend wie im Zentrum. Neben seinem filtrierten Altbier Unterbacher Dröppke finden sich immer mal wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, interessante Saisonbiere im Programm, die für die Probierfreudigkeit des Brauers Mike Abendroth sprechen.

Ein weiterer Geheimtipp ist das Alzeyer Volkerbräu mit dem Brauer Dieter Birk, der vor der Fertigstellung seiner Brauerei in Alzey sein Bier im Hagenbräu in Worms gebraut hat. Hinter dem Gebäude des ehemaligen Alzeyer Getränkeland verkauft Birk seine Biere in 1-Liter-Flaschen, Syphons und in Fässern. Neben einem Pils und einem Dunklen finden sich immer eine Vielzahl von Saisonbieren im Programm, sodass man wohl nie mit einer Sorte nach Hause fahren muss. Für das Festival wurden bereits das wirklich herausragende Haferbier und eine weitere, bisher noch nicht konkreter genannte Spezialität angekündigt, worauf man sich schon freuen kann.

Noch mehr Auswahl das Jahr über bietet die Versuchsbrauerei der Weyermann Malzfabrik in Bamberg. Die Mälzerei hat sich nicht nur für ihre einmalige Auswahl an Spezialmalzen einen Namen gemacht und ist Patentinhaber für das weltweit verwendete CaraMalt.
Oliver Honsel braut in der firmeneigenen Versuchsbrauerei eine wirklich erstaunliche Sortenvielfalt, die keinen Halt vor Interpretationen von ausländischen Sorten macht. Ganzjährig verfügbar ist wohl nur das sehr gelungene Rauchbier Schlotfegerla. D.h. wir dürfen wohl noch auf experimentierfreudige Biere gespannt sein.

Teil 2 der Festival-Ankündigung folgt die nächsten Tage.

Welche Sorten jetzt von den einzelnen Brauereien beim Festival ausgeschenkt werden, hängt von dem/den Braumeister/n selber ab und dürfte eventuell vorher bekannt gegeben werden.

Samstag, 2. Januar 2010

Interview mit Mikkel von Mikkeller

Bei einem ausgewählten Bierfestival in den hehren Räumlichkeiten der Brouwerij De Molen im niederländischen Bodegraven trafen wir Mikkeller neben vier weiteren herausragenden Brauereien an, die allesamt zu der Crème de la Crème der Szene gehören. Mikkel, zweifelsohne eine der Ikonen der neuen und innovativen Bierbewegung in Europa, nahm sich die Zeit, um meine Fragen bei einem Interview auf Englisch zu beantworten.



Bierkompass: Hi Mikkel. It is a pleasure to meet you at this festival, where you present several of your new beers again. So what caused your passion of beer?

Mikkel: Hi Sebastian. I actually started drinking beer in the late 1990s, mostly cheap lagers. Then I concentrated on the beers that were not produced in Denmark yet, things like IPAs. So I began to brew to make something better and to brew the beers of different styles. Of course, I made the beers you could not find on the Danish market.

Bierkompass: What is your attitude toward beer and the tradition behind beer?

Mikkel: I am very much influenced by American beers. I like to break rules and to brew differently. There are a lot of breweries brewing beers which are not something new.


Bierkompass: Your beers can be described as totally innovative and inventive. They enter often new paths and seem to contain a lot more art than tradition. What is your opinion about that?

Mikkel: I do not think it is art. It is just the beers I want to drink. I want to make what is possible and try to find the limits.

Bierkompass: Would you call yourself an artist?

Mikkel: No, absolutely not. I try to do the best and I always try to develop my beers, but I do not think that I brew the best beers in the world.

Bierkompass: Many of your beers are really different and were never brewed in this way before. So do you brew and recommend such special beers just for “beer geeks”?


Mikkel: Of course, I am influenced by beer geeks and I do not brew beer for everyone. I create beers which could be interesting for beer lovers, who really care about great beers.

Bierkompass: What was the most interesting and impressive beer you have ever tasted and why?

Mikkel: All beers from De Dolle Brouwers are out of the world. To brew an IPA is pretty easy, but Kris from De Dolle Brouwers can brew other beers which are so amazing and cannot be compared to anything else in the world of beer.

Bierkompass: Which is your favorite ingredient and why?

Mikkel: Hops. You can define good beers with the hops, as it is a very important flavor. With hops you can make the best beers.

Bierkompass: What is the “beer to brew” for you?

Mikkel: A collaboration beer with Kris from De Dolle Brouwers. I tried it several times and he always rejected my offer, but one time I will win.


Bierkompass: What do you think about wine and would you prefer to be winemaker, if you could?

Mikkel: I love wine and I drink a lot of wine. To be honest, I would prefer to be one of the best winemakers in the world than one of the best brewers.

Bierkompass: Is there something you want to tell or explain to the German beer lovers, especially to those who just ran into our site and exploring the variety of Belgian and international beers?

Mikkel: I try to make people experience beer without advertising my own products. I am not going to tell people that I am brewing the best IPA in Denmark. They should taste it on their own.

Bierkompass: Many thanks for the interview and I hope to hear soon good news about the collaboration with Kris.

Mikkel: Thank you.

Saison Dupont Vieille Provision

“Vieille Provision” means Old Reserve, and maybe that is a bit superfluous in the case of “Saison”, as the French word for this style of beer means no other than “season”.
Indicating that this beer was brewed during the winter months on the farmhouses, when work was low, to be enjoyed on the hot summer fields during the heavy work by the farmhands.

Once one realises this, the flavour profile of the style, and indeed also of this particular beer, designs itself: relatively light (though this has increased during the decennia), refreshing, herb and lightly spiced; sweet being out of order.


Brasserie Dupont, if you have the chance of visiting, is a superb example of the type of farm (it still is active!), familybrewery and skill.

Under a huge, dense yellow foam, a citrussy, lemony nose betrays already a generous use of good hops, farmyard odours, coupled to a cheesy aroma, not unlike that of running French cheese. The bitterness jumps at the taster, tart, with again spicy citrus, that might remember of orangezeste, and, certainly in younger samples, lots of yeasty flavours, ester-rich, not unlike a Weizen, but without the sweet banana notes German wheatbeers often sport.
The bitterness is unashamedly hoppy, but the spicy notes might surprise, as Saison Dupont incorporates no spices whatsoever. The finish is often earthy.

Best enjoyed on the 75cl Champagne-type bottles.

by Joris P. Pattyn

Freitag, 11. Dezember 2009

Interview mit Gregory von La Rulles


Bei dem Brassigaume Festival der handwerklichen Brauereien im benachbarten Marbehan traf ich mich mit Gregory, um mit ihm ein Interview zu führen. Ziel war es, die Philosophie und die Idee hinter der Brauerei und den Bieren zu durchleuchten und sie dem geneigten Leser zu veranschaulichen.
Um keine Aussagen falsch zu interpretieren, habe ich das in Englisch gehaltene Interview nicht übersetzt.

Bierkompass: Hi Gregory. Nice to meet you. As we can see, you are one of the main organizers of this festival and you are a very passionate brewer. So what caused your passion of beer?

Gregory: Hi Sebastian. To answer your question: First, I am a drinker of beer and I love beer. Second, I wanted and still want to prove that a new small brewer can produce better beer than the big commercial brands.

Bierkompass: And what is your attitude toward beer?

Gregory: For me, it is a continuation of old traditions which started a few thousand years ago in Mesopotamia and I actually want to take part in these traditions, as I see me as a link in a chain. All classes of people drink beer to be happy. I think this is a great connection to people all around the world.

Bierkompass: Now a tricky question: Which is your favorite ingredient and why?

Gregory (laughing): That is not so easy to say, as all ingredients are very important for the finished product. But… I am a real big fan of yeast. You can make beer without malt and without hops, but not without yeast. That would be impossible!


Bierkompass: What are the idea and the philosophy of your brewery and your beers?

Gregory: I want to produce very balanced beers with a high drinkability, so you do not want to stop drinking it. Of course, quality is a big point in my brewing concept.

Bierkompass: How do you see your beers in the Belgian and also in the international world of beer?

Gregory: My production is very small, compared to the big ones, not only in Belgium. But I do not want to produce much more, as I try to convince people to drink better beer.

Bierkompass: What do you think about wine and would you prefer to be winemaker, if you could?

Gregory: Hmmm…. wine means not the same to me like beer. You can vary a lot with different ingredients, so that the beer can be totally different every time. Beer can be combined even better with food than wine, as there is this fantastic spectrum of taste. Besides, the drinker of beer is not the same like the drinker of wine. I do not care about complicate tastings, neither with beer nor with wine.

Bierkompass: What are your plans for the near future? Maybe a new beer?

Gregory: I always want to produce new beers, but I have not the capacities to produce that much, as I have to sell it. So I concentrate on making my beers even better.


Bierkompass: Is there something you want to tell or explain to the German public, especially to those who just ran into our site and still exploring the variety of the artisanal beers from Belgium and other countries?

Gregory: I do not make beer for everyone. Some like it, some love it… some probably do not like it, but I do not know that many people of the last group. (Laughing). There is just a simple advice: You have to taste it, so try and choose! Otherwise, you do not know what you are missing.

Bierkompass: Last questions: Which Belgian brewery would you recommend next to your own one and why?

Gregory: Orval. Orval is one style, as there is no beer like it anywhere else, even if they do not produce just a little. I use their excellent yeast for my beers.

Bierkompass: Gregory, thanks for taking the time to answer our questions and good luck with your beers.

Gregory: Ok. Thanks.


Danke an Gregory für dieses aufschlussreiche Interview!

Faro

Faro ist ein sehr alter Bierstil, der aber seit seiner Renaissance in den 1970er Jahren anders hergestellt wird als früher: Heutzutage bezeichnet man mit Faro einen Lambik, der mit Kandiszucker nachgesüßt wurde und dadurch dann eigentlich immer einen süßen Beigeschmack besitzt, der den sauren Lambikton dann oftmals übertüncht.

Ähnlich wie bei den nachgesüßten Fruchtlambiken erhalten auch Faros keine wirklich große Beachtung in der Liebhaberwelt, sodass wir auf die Aufnahme der Sorte in unser Sortiment verzichtet haben, aber dennoch darüber informieren wollen.

Geuze / Gueuze

Geuze/Gueuze ist schließlich ein Verschnitt aus einem oder mehreren bereits mindestens drei Jahren gelagerten Lambiken sowie einer frischen Version. Dabei werden von den sogenannten Stekern auch gerne Lambiken von verschiedenen Brauereien verwendet.

Der Begriff „Oude“ sagt schließlich aus, dass es sich um die traditionelle Herstellung handelt, also dass nicht nachgesüßt wurde und der Geschmack dadurch die von Fachleuten geschätzte Komplexität und Aromenvielfalt bietet, die natürlich auch hier im sauren Bereich zu finden ist. Erstaunlich ist dieses Geschmacksphänomen trotz dem relativ geringen Alkoholgehalt. Der Abgang ist charakteristisch sehr trocken.

Geuze gilt als der Champagner unter den Bieren. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Flaschen ist nicht selten mit 10 Jahren angegeben, wobei ich selber schon etliche Versionen getrunken habe, die bereits 20 Jahre oder noch älter waren.